Auslandssemester,  Reise

Zum Geburtstag viel Glück

Am 10. März 1788 wurde Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorf geboren, hier in Schlesien, genau genommen auf „Pałac Eichendorffów in Łubowice“ (dt. Lubowitz).
Eichendorff gilt als bedeutendster Dichter der deutschen Spätromantik. Die Frage, warum ein polnischer Schriftsteller für die Romantik von Wichtigkeit war, wird durch eine kleine Zeitreise in das Schlesien des 18. und 19. Jahrhunderts beantwortet.

Preußen in Polen

Nach dem ersten Schlesischen Krieg 1742 wurde die Provinz Teil des preußischen Königreiches unter Friedrich dem Großen. Auch im zweiten und dritten Schlesischen Krieg konnte der preußische Hof diese Gebiete halten. 1815 – Eichendorff war zu diesem Zeitpunkt schon 27 Jahre alt – wurde Schlesien Teil des Deutschen Bundes, dem Nachfolger des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen. 1871 wurde Schlesien offiziell Teil des deutschen Nationalstaates. Die Amtssprache wurde Deutsch, auch die Gesetze wurde entsprechend den preußischen angepasst.

Erst nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 wurde ein Großteil der deutschen Bevölkerung aus dem Gebiet vertrieben, Schlesien wurde wieder polnisch. Noch heute lebt ein großer Teil der deutschsprachigen Minderheit in der Region Opole (dt. Oppeln) und besitzt teilweise die doppelte Staatsbürgerschaft.

Joseph von Eichendroff

Der junge Dichter ist in Europa viel herumgekommen. Aufgewachsen in Schlesien studierte er seit 1805 in Wrocław und in Halle an der Saale, besuchte das Theater Bad Lauchstädts, reiste durch den Harz nach Hamburg und Lübeck, und ging 1806 – nach dem Einmarsch Napoleons – nach Heidelberg. Er studierte Rechtswissenschaften, später führte er seine Arbeit in Gdańsk (dt. Danzig) und Wrocław weiter, ehe er 1844 in den Ruhestand ging. Seine letzten Lebensjahre verbrachte er in Nysa (dt. Neiße), wo er am 26. November 1857 im Alter von 67 Jahren verstarb. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Aus dem Leben eines Taugenichts“, „Das Mamorbild“ und unzählige Gedichte, unter anderem „Wem Gott will rechte Gunst erweisen“.

Zum Geburtstag alles Gute

In Halle als auch in Nysa und anderen Orten in Schlesien wird am 10. März der Geburtstag Eichendorffs begangen. So wird in Halle an der Eichendorffbank auf den Klausbergen jährlich ab 15:00 musikalisch dem Dichter geehrt, dazu gibt es Schlesischen Mohnkuchen. Auch lyrisch hat der Romantiker seine Spuren in Halle hinterlassen. So steht die Burg über’m Tale noch heute in Halle: Mayestätisch thront die Giebiechenstein über dem Fluss.

Da steht eine Burg überm Tale
Und schaut in den Strom hinein,
Das ist die fröhliche Saale,
Das ist der Gibichenstein.

Joseph von Eichendorff

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