Graugans im Wasser
Gedanken

Gänse und Reisen

Lange habe ich nach einem guten Titel für meinen Blog gesucht. In Wandergans habe ich ihn gefunden. Denn Gänse sind weitaus mehr als Federvieh. Mit ihrem Flugverhalten sind die Boten des Winters und Frühlings. Sie reisen jedes Jahr von Nord nach Süd und wieder zurück. Sie schnattern, sie rasten und sie sich gesellig.

Eine Kanadagans – das Maskottchen von wandergans.de (Foto @pixabay)

12.000 Kilometer pro Jahr

Gänse sind Zugvögel. Sie fliehen im Winter vor der Kälte und legen dabei Strecken von bis zu 6.000 Kilometern zurück. Wenn sie im Frühjahr in ihre Sommerquartiere zurückkehren, kommen noch einmal 6.000 hinzu. Das macht also rund 12.000 Kilometer pro Jahr. Eine beachtliche Leistung.

Auch Deutschland ist so ein Winterquartier. Gänse aus Sibirien beispielsweise fliegen jedes Jahr Richtung Niederrhein. Bis zu 170.000 „Wintergäste“ bleiben zwischen November und Februar auf den Wiesen, bis sie sich wieder auf die Reise zurück in ihre Heimat machen.

Pro Tag legen die Zugvögel rund 1.000 Kilometer zurück und brauchen für ihre Reise zwischen sechs und acht Tage. Auf der Reise dabei: Blässgänse und Saatgänse. Auch Nil- und Graugänse sind im Winterquartier anzutreffen. Der Unterschied ist nur, dass die beiden Arten ganzjährig am Niederrhein leben und ihr Gebiet im Winter teilen.

Clever Fliegen

Gänse können aus der Luft gut an der Keil-Formation erkannt werden, die sie auf ihrer Reise bilden. Der Clou: Diese Formation spart rund 30 Prozent Energie. Alle Gänse fliegen im Windschatten der ersten Gans. Ist diese müde, wird die Position gewechselt. So verteilt sie die Anstrengung auf alle Mitglieder des Schwarms gleichmäßig.

Gänse nutzen auch nicht immer die gleichen Reiserouten. Stattdessen passen sie sich den Witterungsbedingungen an. Wird es wärmer, verkürzen sie ihren Flug und bleiben in nördlicheren Gebieten.

Junggänse sind auf ihrer ersten Reise rund sechs Wochen alt. Sie lernen die Reise in den Süden von ihren Eltern. Die Routen werden über Generationen von Gänsen weitergegeben. Finden sie im Laufe ihres Lebens einen anderen Winterplatz, der ähnlich gute Bedingungen bietet, bleiben sie dort und zeigen diese Route wiederum ihren Jungen.

Eine Blässgans im Wasser (Foto @pixabay)

Gänse in Deutschland

In Deutschland gibt es 14 heimische Arten. Dazu zählen:

  • Blässgänse
  • Brandgänse
  • Graugänse
  • Kanadagänse
  • Kurzschnabelgans
  • Nilgans
  • Ringelgans
  • Rostgans
  • Rothalsgans
  • Tundrassatgans
  • Waldsaatgans
  • Weißwangengans
  • Zwerggans
  • Streifengans

Die größte, heimische Art ist die Kanadagans. Sie hat eine Flügelspannweite bis 1,80 und einer Größe (Länge) von bis zu 1,95 Metern. Ursprünglich stammt diese Art aus Nordamerika. Dieser Neozoon hat sich aber über Jahrhunderte auch in Teilen Europas ausgebreitet. Hierzulande ist sie seit den 1970er-Jahren heimisch und stellt nach der Graugans die zweithäufigste Art in Deutschland dar.

Außerdem ist sie das Maskottchen dieses Blogs.

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